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Bücher zu Psychotherapie für Kinder und Jugendliche sowie Familien - systemische Psychotherapie aus dem Klett-Cotta Verlag
 
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Familiendynamik 2012 Heft 02
Familientherapie trifft Familienpsychologie
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Editorial
 
 
  Schneewind, Klaus A.; Schlippe, Arist v.
Familienpsychologie und systemische Familientherapie – zwei »ungleiche Schwestern«
  81  -  81
 
Im Fokus
 
 
  Ziegenhain, Ute; Künster, Anne Katrin
Frühe elterliche Bindungsförderung in der interdisziplinären Zusammenarbeit
  84  -  93
  Zusammenfassung >> Summary >>
Zusammenfassung:
Im Kontext Früher Hilfen und Kinderschutz stellen elterliche Erziehungs- und Beziehungskompetenzen einen wichtigen Ansatzpunkt zur Prävention dar. Faktoren, die empirisch nachgewiesen zu einer Förderung elterlicher Kompetenzen beitragen, werden ebenso wie mehrere bereits evaluierte Förderprogramme für Eltern vorgestellt. Bei der Implementierung wirksamer Programme in die Praxis stellt sich die Herausforderung, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit gelingen kann. Insbesondere das Gesundheitswesen sowie Kinder- und Jugendhilfe sollten kooperieren, um junge Familien rechtzeitig erreichen und ihnen passgenau präventive Unterstützung anbieten zu können. Hier werden Schwierigkeiten benannt sowie Ansätze dargestellt, wie sie überwunden werden können. Abschließend wird diskutiert, warum eine landes- und bundespolitische Steuerung von Netzwerken Früher Hilfen notwendig ist.
Summary:
Early Parental Attachment Support – Interdisciplinary cooperation
In the context of early assistance and child protection, the enhancement of parental upbringing skills and relational capabilities is an important preventive approach in early childhood. The article outlines factors for which there is empirical evidence that they help support parenting skills. It also discusses several parental support programmes that have already been evaluated. The practical implementation of effective programmes is essential in order to contact young families in good time and to offer them preventive support tailored to their specific requirements. Here the author enlarges on the challenge of interdisciplinary cooperation, notably between the health services and youth welfare institutions, listing difficulties and describing approaches to overcoming them. The article concludes with a discussion of the necessity of political supervision (regional and national) for early assistance networks.
 
 
  Cowan, Philip A.; Cowan, Carolyn Pape; Pruett, Marsha Kline; Pruett, Kyle; Gillette, Peter
Väterliches Engagement bei der Betreuung ihrer Kinder stärken – ein familiensystemischer Ansatz
  94  -  103
  Zusammenfassung >> Summary >>
Zusammenfassung:
Der vorliegende Beitrag bezieht sich auf zwei abgeschlossene klinische Studien sowie eine noch andauernde klinische Studie (jeweils auf der Basis eines randomisierten Designs) im Rahmen des Projekts SFI (Supporting Father Involvement). Es handelt sich dabei um ein Gruppeninterventionsprogramm für Eltern mit geringem Einkommen. Dieses wurde entwickelt, um Väter stärker positiv in das Leben ihrer Kinder einzubeziehen. Die Studien beinhalten vergleichende Tests zur Wirksamkeit von Väter- und Paargruppen, die jeweils von demselben Team, einer männlichen und einer weiblichen psychosozialen Fachkraft, geleitet wurden. Dabei wird die Effektivität dieser Gruppen mit den Befunden üblicher Beratungsdienste verglichen. Das Curriculum der Intervention hat zum Ziel, das väterliche Engagement zu verbessern und familiäre Beziehungen so zu stärken, dass dies ein größeres Wohlergehen für die Kinder mit sich bringt. Es basiert auf einem empirisch fundierten und fünf Bereiche von Risiko- und Schutzfaktoren umfassenden Familiensystemmodell, das auf das Funktionsniveau des Einzelnen und der Paarbeziehung abhebt.
Summary:
A family systems approach to supporting fathers’ involvement in the care of their children
This paper describes two completed and a third ongoing randomized clinical trial of the Supporting Father Involvement project – a group-based intervention program for low-income parents designed to increase fathers’ positive involvement in their children’s lives. The studies involve comparative tests of the efficacy of fathers groups and couples groups led by the same male-female teams of mental health professionals, compared to services as usual. The intervention curriculum is designed to enhance father involvement and strengthen family relationships in ways that increase children’s well-being, based on an empirically supported five-domain family systems model of risk and protective factors associated with individual and relationship functioning.
 
 
  Schneewind, Klaus A.
Brückenschläge zwischen Forschung und Anwendung
  104  -  112
  Zusammenfassung >> Summary >>
Zusammenfassung:
Ausgehend von neueren demoskopischen Befunden zum Zustand und Verständnis von »Familie« in Deutschland, wird ein psychologischer Familienbegriff vorgeschlagen, der Familien als intime Beziehungssysteme begreift. Diese kommen in unterschiedlichen Familienkarrieren zum Ausdruck. Sodann werden anhand eines systemischen Modells Gegenstand und Aufgaben der Familienpsychologie als einer wissenschaftlichen Disziplin erläutert. Dabei zeigen sich Möglichkeiten, wie die familienpsychologischen Schwerpunkte einer grundlagen- sowie anwendungsorientierten Forschung und eine familienorientierte Anwendungspraxis sich wechselseitig befruchten können. Einige gelungene Beispiele hierfür werden mit Bezug auf vier Beziehungsformen der Familienpsychologie, nämlich Paarbeziehungen, Eltern-Kind-Beziehungen, Geschwisterbeziehungen und mehrgenerationale Beziehungen, vorgestellt. Abschließend wird auf die fehlende Verankerung der Familienpsychologie im deutschen Wissenschaftssystem hingewiesen.
Summary:
Family Psychology: Bridging the Gap between Research and Application
Proceeding from recent survey findings on the state and understanding of »family« in Germany, the author proposes a psychological concept of family that sees families as intimate relationship systems finding expression in different family careers. With reference to a systemic model, the author then discusses briefly the objectives and tasks of family psychology as a scientific discipline, indicating the potential for mutual enrichment between the major family-psychological concerns of basic and applied research, on the one hand, and family-oriented application practice on the other. A number of successful examples are briefly enumerated, taken from four kinds of relationships dealt with in family psychology: couple relations, parent-child relations, sibling relations and multi-generational relations. In conclusion, the author points to the lack of anchorage that family psychology labours under in the German academic system.
 
Seiten-Blicke
 
 
  Spengler, Andreas; Engel, Heiner
Eine Gorillafamilie im Umbruch – unkonventionelle Familienintervention
  114  -  122
  Zusammenfassung >> Summary >>
Zusammenfassung:
Ein Psychotherapeut und ein Zoologe berichten über die Entwicklung einer Gorillafamilie im Zoo Hannover, die nach dem plötzlichen Tode des damaligen Alpha-Mannes in den Jahren 2002 bis 2003 in eine schwere Krise geriet. Der Versuch, einen jungen Gorillamann zu integrieren, drohte zu scheitern. In einer externen Fallsupervision erarbeiteten zoologische Leitung und Tierpfleger 2003 ein erweitertes Verständnis der Beziehungsdynamik zwischen den Tieren und Menschen. Die Pfleger veränderten ihren Umgang mit den Gorillas, und es kam zu einer durchgreifenden Stabilisierung innerhalb der Familie. Schon 2004 nahm der Gorillamann seine Rolle als Alpha-Mann ein, und es kam das erste Gorillakind zur Welt. 2011 lebten in der Familie sechs gesunde Kinder. Rückschläge und Krisen waren zu verarbeiten. Die Perspektive wurde auf die Einflüsse der Besucher erweitert. Die Supervision verwandte systemtherapeutische Sichtweisen und Methoden. Sie erwies sich als praktikabel und effektiv in einem Einsatzbereich, in dem Supervision bisher ein Fremdwort ist. Der Beitrag gibt Einblicke in die Mensch-Tier-Beziehung und die Verhaltensbiologie bei Gorillas.
Summary:
Mastering the Crisis: A Gorilla Family in Extremis – Unconventional family intervention
A psychotherapist and a zoologist report on the progress made over the last 9 years by a gorilla family in Hanover Zoo plunged into a severe crisis in 2002/ 2003 after the sudden death of the alpha male. Initially, an attempt to integrate a young male gorilla seemed doomed to failure. In 2003, external case supervision helped the zoo director and the keepers to develop a broader understanding of the relational dynamics operating between the animals and humans. The keepers modified the way they dealt with the animals. The result was thoroughgoing and sustainable stability for the whole family. By 2004 the new gorilla had assumed his position as alpha male, and the first baby was born the same year. At present (2011) the family boasts six healthy offspring. In the interim there were setbacks and crises to overcome. The purview of the supervision was extended to include influences from visitors to the zoo. The supervision drew upon perspectives and methods prevalent in systemic therapy. They proved effective and practicable in a sector where up to now supervision has been an alien concept. The article provides insights into human-animal relations and the behavioural biology of gorillas.
 
 
  Füchsle-Voigt, Traudl
Zwei Jahrzehnte interdisziplinäre Zusammenarbeit im Familienkonflikt
Bestandsaufnahme und Rückblick auf das »Cochemer Modell«
  124  -  129
  Zusammenfassung >> Summary >>
Zusammenfassung:
Vorgestellt wird ein innovatives interdisziplinäres Handlungsmodell in Trennungs- und Scheidungskonflikten, um die elterliche Verantwortung zu stärken und kindliche Bedürfnisse zu wahren. Dieses wurde in der Fachwelt als »Cochemer Modell« bekannt. Begründet wurde es in den frühen 1990er Jahren durch die beteiligten Scheidungsprofessionen, die im Arbeitskreis Trennung und Scheidung in Cochem an der Mosel vereinigt sind. Zunächst werden Entstehung und Entwicklung des Modells skizziert. Im Weiteren werden die Inhalte und Methoden präsentiert sowie seine Leistungen kritisch gewürdigt. Erfolge des »Cochemer Modells« liegen vor allem in seiner Breitenwirkung, aber auch darin, dass es zur Reform des Familienverfahrensrechts im Jahr 2009 und zu einem veränderten Verständnis des Trennungs- und Scheidungsgeschehens beigetragen hat.
Summary:
The »Cochem Model«: Two Decades of Interdisciplinary Cooperation on Family Conflicts – Stocktaking and Retrospective
The article discusses an innovative interdisciplinary model for dealing with separation and divorce conflicts that is designed to strengthen parental responsibility while taking due account of the needs of the children involved. In Germany, this model is known among specialists in this field as the »Cochem model«. It was established in the early 1990s by the divorce-related professions involved in the Work Group on Separation and Divorce in Cochem, a town on the River Mosel. The article begins by outlining the evolution and development of the model, going on to describe its content and methods and to provide a critical appreciation of its achievements. Two especially successful features of the model are its broad reception and the fact that it contributed substantially to reform of German family law in 2009 and a change in the perception and understanding of what actually happens in cases of separation and divorce.
 
Über-Sichten
 
 
  Perrez, Meinrad
Die Familie als Gegenstand der Klinischen Psychologie
  130  -  142
  Zusammenfassung >> Summary >>
Zusammenfassung:
Der folgende Text geht der Frage nach, unter welchen Aspekten die Familie ein Gegenstand der Klinischen Psychologie ist. Diese Frage wird auf dem Hintergrund der Systematik »klassischer« Aufgabengebiete der Klinischen Psychologie beantwortet, die sich bis anhin vor allem mit individuellen Störungen beschäftigt hat: Klassifikation und Diagnostik, Ätiologie, Prävention und Therapie interpersoneller Störungen (in) der Familie. Die einzelnen Domänen einer Klinischen Psychologie interpersoneller Störungen werden erläutert und spezifische Probleme herausgegriffen. Zu den Problemen gehört u. a., dass die Familie bisher in der Psychologie und der Klinischen Psychologie nicht ausreichend interdisziplinär betrachtet und untersucht worden ist. Ebenso wird festgestellt, dass besonders die Klassifikation interpersoneller Störungen (in) der Familie wie auch deren Ätiologie in der bisherigen klinisch-psychologischen Forschung zu wenig Aufmerksamkeit erhalten haben.
Summary:
The Family as a Subject for Clinical Psychology
The article inquires into the standpoints from which the family can legitimately be seen as a subject for clinical psychology. The attempt at an answer to this question is undertaken against the background of the »traditional« system of tasks normally allotted to clinical psychology. This sector of psychology centres largely on individual disorders but also extends to the classification and diagnosis, aetiology, prevention of, and therapy for interpersonal disorders in/of the family. The author discusses the different domains of a clinical psychology of interpersonal disorders and singles out specific problems for closer perusal. Among these is the fact that to date the perspective on the family has not been sufficiently interdisciplinary, either in psychology or in clinical psychology. Also, too little attention has been given in clinical psychological research to the classification of interpersonal disorders in/of the family and their aetiology.
 
Aus dem Feld
 
Das Interview
 
 
  Schneewind, Klaus A.; Schlippe, Arist v.
»Es braucht vor allem Selbstbewusstsein der Familienpsychologie«
Klaus A. Schneewind und Arist v. Schlippe im Gespräch mit Florence Kaslow
  144  -  146
 
Lost & Found
 
Zurück-Geschaut
 
 
  Fischer, Hans Rudi
Die Verflüssigung des Denkens
Vom Aufsetzen einer neuen Denkbrille
  148  -  152
 
Gespiegelt
 
Buchbesprechungen
 
 
  Borst, Ulrike; Lanfranchi, Andrea: Liebe und Gewalt in nahen Beziehungen.
Therapeutischer Umgang mit einem Dilemma. (Pestalozzi-Bridel, Annette)
  154  -  155
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